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Weltweite Aktion von „Fridays for Future“ – auch in OWL wird für das Ende der Klimazerstörung gestreikt

Landesverband Erneuerbare Energien

Am nächsten Freitag soll das Ende der Klimazerstörung eingeläutet werden. Die internationale Fridays for Future-Bewegung ruft alle Generationen für den 20. September weltweit zum Klimastreik auf. In Deutschland unterstützen zahlreiche Verbände, Kirchen, Gewerkschaften und fast 1.000 Firmen den Aufruf. In Ostwestfalen-Lippe sind neun Demonstrationen geplant. Der Regionalverband OWL im Landesverband Erneuerbare Energien (LEE) NRW rechnet allein in Bielefeld mit 5.000 Teilnehmern.

Der 20. September wurde als Termin für die weltweite Aktion gewählt, weil in der Folgewoche der Klimagipfel der Vereinten Nationen in New York beginnt. Dieser Gipfel muss aus Sicht von „Fridays for Future“ einen Wendepunkt beim Klimaschutz darstellen. Die Anreise der schwedischen Klimaaktivistin Greta Thunberg in die USA mit einem klimaschonenden High-Tech-Segelboot anstelle eines Flugzeugs hatte für Aufsehen gesorgt.

In Deutschland hat der 20. September für den Klimaschutz eine besondere Bedeutung, weil dann das sogenannte „Klimakabinett“ tagt. Die Bundesregierung hat angekündigt, die Weichen für ihre Klimaschutzpolitik neu zu stellen. Die Demonstranten wollen ein Zeichen setzen, das die Mitglieder des „Klimakabinetts“ nicht übersehen können. Vor allem beim Verkehr werden eine Wende und eine Abkehr von der „Auto-Vorrangpolitik“ erwartet.

Wie dringend notwendig es ist, den Druck auf die Politik zu erhöhen, hat der „Windgipfel“ der Bundesregierung vor wenigen Tagen gezeigt. „Der Ausbau der Windenergie istbundesweit zusammengebrochen, aber der Windgipfel endet ohne konkretes Ergebnis“, ist Jürgen Wrona, OWL-Regionalvorsitzender im LEE NRW, entsetzt. „Den Regierenden auf Bundes- und Landesebene fehlt es bei der Energiewende an Entschlossenheit,“ so Wrona.

In Bielefeld ist der Klimastreik der Höhepunkt einer ganzen „Climate Week“, die vom 19. bis 29. September mit zahlreichen Aktionen und Veranstaltungen ausgerichtet wird. Unterstützt wird die Bielefelder Klimawoche von einem breiten Aktionsbündnis mit fast 40 Organisationen und Vereinen, darunter der LEE-Regionalverband OWL. Als gemeinsames Ziel hat das Bündnis formuliert, gegen die Vernichtung der Lebensgrundlagen vorzugehen.

In Paderborn, Gütersloh, Detmold, Lemgo und Minden ist die „Fridays-for-Future“-Bewegung ebenfalls seit Monaten aktiv und beteiligt sich am weltweiten Klimastreik. Im Kreis Herford finden drei Demonstrationen statt – in Löhne, Bünde und Enger. Auch in Paderborn ist eine „Week of Climate“ mit Veranstaltungen geplant.

Die Klimastreiktermine in Ostwestfalen-Lippe und Umgebung:

Bielefeld: 12:05 Uhr am Hauptbahnhof

Paderborn: 14:00 Uhr auf dem Marktplatz

Gütersloh: 12.00 Uhr am Rathaus

Detmold: 13:30 Uhr auf dem Marktplatz

Lemgo: 12.30 Uhr auf dem Marktplatz

Minden: 11:30 Uhr auf dem Marktplatz

Löhne: 14:00 Uhr auf dem Findeisenplatz

Bünde: 10:30 Uhr auf dem Marktplatz

Enger: 12:05 Uhr am Widukind-Gymnasium

Holzminden: 13:30 Uhr auf dem Marktplatz

Lippstadt: 11:55 Uhr am Rathaus

Anröchte: 15:30 Uhr auf dem Bürgerhausvorplatz

Artenschutz und Windkraft in Einklang bringen

Mit ihrer rigiden Forderung nach einem Ausbaustopp für die Windkraft im Kreis Höxter schaden besorgte Vogel- und Naturschützer der Natur mehr, als ihr zu helfen. Vielmehr sollten alle technischen Möglichkeiten ausgeschöpft werden, um Artenschutz und die Windenergie möglichst in Einklang zu bringen. Das sagt der Regionalverband OWL im Landesverband Erneuerbare Energien NRW (LEE NRW) und bezieht sich dabei auf einen Bericht über angebliche Rotmilan-Totfunde an Windkraftanlagen im Kreis Höxter.

Dass Windkraftanlagen eine Gefahr für bestimmte Vögel darstellen können, ist nicht von der Hand zu weisen. Dennoch ist das Gefährdungsrisiko bei anderen gängigen Gefahrenquellen wie zum Beispiel Hochspannungsleitungen oder dem Straßenverkehr ungleich höher. Die Landschaftsstation im Kreis Höxter hat in den vergangenen anderthalb Jahren nicht mehr als vier Rotmilan-Totfunde durch die Windkraft registriert und das bei 189 Windkraftanlagen im Kreis (Quelle: LANUV, Stand 31.12.2018). Den Brutbestand der Rotmilane im Kreis Höxter beschreibt der Leiter der Station Dr. Burkhard Beinlich als seit Jahren konstant. Die Vielzahl der Windkraftanlagen im Nachbarkreis Paderborn hat auch dort den Bestand der Art nicht geschmälert, wie eine von der Biologischen Station Paderborner Land jährlich veröffentlichte Studie nachweislich belegt.

Nachhaltig agierende Windbauern tun viel für den Artenschutz, oft weit über das rechtlich geforderte Maß hinaus. So wurde zum Beispiel in der Nähe von Lichtenau eigens ein Biotop geschaffen, damit der dort ansässige und ebenfalls bedrohte Schwarzstorch auf Nahrungssuche nicht den angrenzenden Windpark durchfliegen muss. Zudem entwickelt ein Paderborner Windkraftprojektierer in Kooperation freiwillig ein kamerabasiertes Vogelerkennungssystem, das zuverlässig nahende Greifvögel erkennt und die Anlagen binnen Sekunden herunterfahren kann. Dieses System wird gerade aufwändig erprobt, um es später flächendeckend einzusetzen.

Bedroht sind viele Arten weniger durch die Windkraft als vielmehr durch die industrielle Landwirtschaft und den Klimawandel. „Letzterem müssen wir mit einer erfolgreichen Energiewende begegnen und dabei ist die Windkraft eine der tragenden Säulen“, so Sonya Harrison vom Regionalverband OWL im LEE NRW.  Abseits der Diskussion um Greifvogel-Totfunde ist das Vogelsterben in Deutschland dramatisch: Laut NABU verenden in Deutschland jährlich bis zu 2,8 Millionen Vögel an Freileitungen und rund 100 Millionen Vögel an Glasscheiben. Katzen haben laut einer Studie vermutlich noch weit mehr Vögel auf dem Gewissen. Der Vogelschlag an Windkraftanlagen ist bedauerlich, fällt angesichts dieser Zahlen aber kaum ins Gewicht.

Tage der Erneuerbaren Energien: Schüler besuchen Windkraftanlage in Benhausen

Erst Mathe, Englisch und Deutsch in der Schule – danach gab es Klimaschutz zum Anfassen im Windpark: Im Rahmen der „Tage der Erneuerbaren Energien“ haben sich rund 60 Paderborner Schüler, Lehrer und Eltern an zwei Tagen freiwillig zum Thema Windkraft & Co. informiert. Beim Besuch einer Windkraftanlage im Bürgerwindpark Benhausen erfuhren sie viel Wissenswertes rund um die Themen Erneuerbare Energien und Klimaschutz. Eine Gruppe Oberstufenschüler der Heinz Nixdorf-Gesamtschule und die Klimagruppe „UHUS“ des Pelizaeus-Gymnasiums waren nicht nur beeindruckt von der Größe der Enercon-126, die sie natürlich auch von innen besichtigen durften. Auch die Tatsache, dass eine einzige dieser Anlagen rund 3000 Haushalte ein Jahr lang mit sauberem Strom versorgen kann, erstaunte die Teilnehmer. Um den Schülern zumindest einen virtuellen Blick aus einer Windrad-Gondel in 150 Metern Höhe zu ermöglichen, hatten Sonya Harrison von Regionalverband OWL im Landesverband Erneuerbare Energien NRW (LEE NRW) und WestfalenWIND-Unternehmenssprecher Daniel Saage eine virtuelle Besteigung eines Windrads mithilfe einer 3D-Brille vorbereitet.

Jedes Jahr findet am 26. April in Gedenken an die Reaktorkatastrophe von Tschernobyl der Tag der Erneuerbaren Energien statt. Der LEE NRW hat in diesem Jahr landesweit eine Projektwoche mit verschiedenen Aktionen in diversen Städten und mehreren hundert Teilnehmern organisiert.

Landesverband Erneuerbare Energien

Windausbau in OWL drastisch eingebrochen – Kritik an Pinkwart-Rückzieher

Erst den massiven Ausbau der Windkraft in NRW verkünden und dann einen Tag später wieder den energiepolitischen Rückwärtsgang einlegen: Was denn nun, Herr Pinkwart? Diese Frage stellt sich dem Regionalverband OWL im Landesverband Erneuerbare Energien in OWL, nachdem der Wirtschaftsminister seine Ausbaupläne nur einen Tag später relativiert und plötzlich lediglich von theoretischen Ausbau-Potenzialen spricht. „Ein ernstzunehmender Vorstoß der schwarz-gelben Landesregierung in dieser Sache hätte uns auch überrascht, dabei wäre er für die Energiewende essenziell wichtig“, so Kerstin Haarmann, geschäftsführender Vorstand des LEE RV OWL.

Denn Fakt ist: Laut den aktuellen Zahlen des LEE ist der Ausbau der Windenergie auch in der Region drastisch eingebrochen. Im Kreis Paderborn kamen im vergangenen Jahr 21 Anlagen dazu, im Kreis Höxter waren es gerade mal zwei und im Kreis Lippe nur eine einzige Anlage. Landesweit gingen 2018 nur 110 Anlagen ans Netz – im Vorjahr waren es fast dreimal so viel.  Mit 543 Windrädern und einer installierten Gesamtleistung von 976 Megawatt ist und bleibt der Kreis Paderborn Spitzenreiter bei der landesweiten Windstrom-Erzeugung. Der Kreis Höxter liegt mit 194 Windrädern auf Platz acht in NRW. In vielen Regionen NRWs habe die Windkraft aber noch durchaus Potential, so Haarmann.
Gleiches gelte für die Solarenergie: Der Regierungsbezirk Detmold belegt Ende 2018 mit fast 54.000 installierten Photovoltaik-Anlagen landesweit schon Platz zwei (Spitzenreiter ist der Regierungsbezirk Münster mit rund 65.000 Solaranlagen). Trotzdem sei in verdichteten Räumen wie zum Beispiel in Bielefeld, wo die Windenergie nur eine untergeordnete Rolle spielen kann, ein zusätzlicher Ausbau der Solarenergie erforderlich.

Der Blick auf die ungenutzten Dachflächen, vor allem in Gewerbegebieten, zeige das enorme Potential für die Erzeugung klimafreundlichen Solarstroms, so der LEE RV OWL. Hier will die Landesregierung mit guten Beispiel vorangehen. Es bleibt zu hoffen, dass sie an der Stelle nicht auch zurückrudert.