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LEP harter Rückschlag für Energiewende in NRW

Die Erneuerbare-Energien-Branche bekräftigt ihre Kritik am neuen Landesentwicklungsplan. Die NRW-Landesregierung blockiere damit Fortschritte beim Klimaschutz und der Energiewende.

Der Landesentwicklungsplan NRW (LEP) blockiere die Energiewende in Nordrhein-Westfalen, so der Landesverband Erneuerbare Energien NRW (LEE NRW). Besonders die Einschränkungen der Windenergie stoßen in der Energiebranche auf Unverständnis. Reiner Priggen, Vorsitzender des LEE NRW, erneuert seine Kritik an der Landesregierung: „Was die Landesregierung hier als Landesentwicklungsplan verkauft, ist in Wahrheit ein Landesrückschrittsplan. Anders kann man es nicht nennen. Die Energiewende wird damit gefesselt und geknebelt.“

Andreas Lahme, stellvertretender LEE-Vorsitzender und Fachanwalt für Verwaltungsrecht, ergänzt: „Die Kommunen werden in der Energiewende allein gelassen. Die Landesregierung nimmt wissentlich Fehlplanungen, Klagen und gerichtliche Auseinandersetzungen in Kauf. Das ist das Gegenteil von verantwortungsvoller Politik und schadet dem Standort NRW nachhaltig.“

Kern der Kritik am LEP sind Maßgaben gegen die Windenergie. Seit Regierungsantritt versucht die Landesregierung pauschale Mindestabstände zwischen Wohngebieten und Windrädern einzuführen. Auch in forstwirtschaftlich genutzten Wirtschaftswäldern soll es keine Windenergieanlagen mehr geben dürfen. Die Kommunen müssen gemäß Bundesrecht allerdings ausreichend Raum für Windräder zur Verfügung stellen. Andreas Lahme: „Der LEP ist rechtlich nicht haltbar. Beruft sich eine Kommune auf die pauschale Abstandsempfehlung der Landesregierung und weist keine Flächen aus, wird es Klagen dagegen geben. Das kostet dann Steuergelder und bremst die Energiewende aus.“

Auch bei der Solarenergie fehlten Wachstumsimpulse, kritisiert der LEE NRW. Bei der Freiflächen-Photovoltaik werde weiterhin die Nutzung von wenig ertragreichen landwirtschaftlichen Flächen untersagt, während andere Bundesländer, wie Bayern oder Baden-Württemberg, diese längst nutzten und damit künftige energiewirtschaftliche Wertschöpfung sicherten. Und auch bei der Biomasse würde die standortgerechte Erweiterung von Betrieben im Freiraum blockiert – anders als bei Tierhaltungsanlagen.

Der LEE NRW hat zum LEP umfassend Stellung bezogen und nimmt dazu heute an einer abschließenden Experten-Anhörung im nordrhein-westfälischen Landtag teil.

Artenschutz und Windkraft in Einklang bringen

Mit ihrer rigiden Forderung nach einem Ausbaustopp für die Windkraft im Kreis Höxter schaden besorgte Vogel- und Naturschützer der Natur mehr, als ihr zu helfen. Vielmehr sollten alle technischen Möglichkeiten ausgeschöpft werden, um Artenschutz und die Windenergie möglichst in Einklang zu bringen. Das sagt der Regionalverband OWL im Landesverband Erneuerbare Energien NRW (LEE NRW) und bezieht sich dabei auf einen Bericht über angebliche Rotmilan-Totfunde an Windkraftanlagen im Kreis Höxter.

Dass Windkraftanlagen eine Gefahr für bestimmte Vögel darstellen können, ist nicht von der Hand zu weisen. Dennoch ist das Gefährdungsrisiko bei anderen gängigen Gefahrenquellen wie zum Beispiel Hochspannungsleitungen oder dem Straßenverkehr ungleich höher. Die Landschaftsstation im Kreis Höxter hat in den vergangenen anderthalb Jahren nicht mehr als vier Rotmilan-Totfunde durch die Windkraft registriert und das bei 189 Windkraftanlagen im Kreis (Quelle: LANUV, Stand 31.12.2018). Den Brutbestand der Rotmilane im Kreis Höxter beschreibt der Leiter der Station Dr. Burkhard Beinlich als seit Jahren konstant. Die Vielzahl der Windkraftanlagen im Nachbarkreis Paderborn hat auch dort den Bestand der Art nicht geschmälert, wie eine von der Biologischen Station Paderborner Land jährlich veröffentlichte Studie nachweislich belegt.

Nachhaltig agierende Windbauern tun viel für den Artenschutz, oft weit über das rechtlich geforderte Maß hinaus. So wurde zum Beispiel in der Nähe von Lichtenau eigens ein Biotop geschaffen, damit der dort ansässige und ebenfalls bedrohte Schwarzstorch auf Nahrungssuche nicht den angrenzenden Windpark durchfliegen muss. Zudem entwickelt ein Paderborner Windkraftprojektierer in Kooperation freiwillig ein kamerabasiertes Vogelerkennungssystem, das zuverlässig nahende Greifvögel erkennt und die Anlagen binnen Sekunden herunterfahren kann. Dieses System wird gerade aufwändig erprobt, um es später flächendeckend einzusetzen.

Bedroht sind viele Arten weniger durch die Windkraft als vielmehr durch die industrielle Landwirtschaft und den Klimawandel. „Letzterem müssen wir mit einer erfolgreichen Energiewende begegnen und dabei ist die Windkraft eine der tragenden Säulen“, so Sonya Harrison vom Regionalverband OWL im LEE NRW.  Abseits der Diskussion um Greifvogel-Totfunde ist das Vogelsterben in Deutschland dramatisch: Laut NABU verenden in Deutschland jährlich bis zu 2,8 Millionen Vögel an Freileitungen und rund 100 Millionen Vögel an Glasscheiben. Katzen haben laut einer Studie vermutlich noch weit mehr Vögel auf dem Gewissen. Der Vogelschlag an Windkraftanlagen ist bedauerlich, fällt angesichts dieser Zahlen aber kaum ins Gewicht.

Kritik von WestfalenWIND-Geschäftsführer zeigt bei der EU Wirkung

Wettbewerbskommission sagt Überprüfung zu

Die Auswirkung der Eon-Innogy-Fusion auf die Verteilnetze will die zuständige Abteilung der EU-Kommission prüfen. Das geht aus einem Schreiben der Generaldirektion Wettbewerb an WestfalenWIND-Geschäftsführer Johannes Lackmann hervor.
Hier geht es zum vollständigen Bericht des Fachmagazins Energie & Management.

Tage der Erneuerbaren Energien: Schüler besuchen Windkraftanlage in Benhausen

Erst Mathe, Englisch und Deutsch in der Schule – danach gab es Klimaschutz zum Anfassen im Windpark: Im Rahmen der „Tage der Erneuerbaren Energien“ haben sich rund 60 Paderborner Schüler, Lehrer und Eltern an zwei Tagen freiwillig zum Thema Windkraft & Co. informiert. Beim Besuch einer Windkraftanlage im Bürgerwindpark Benhausen erfuhren sie viel Wissenswertes rund um die Themen Erneuerbare Energien und Klimaschutz. Eine Gruppe Oberstufenschüler der Heinz Nixdorf-Gesamtschule und die Klimagruppe „UHUS“ des Pelizaeus-Gymnasiums waren nicht nur beeindruckt von der Größe der Enercon-126, die sie natürlich auch von innen besichtigen durften. Auch die Tatsache, dass eine einzige dieser Anlagen rund 3000 Haushalte ein Jahr lang mit sauberem Strom versorgen kann, erstaunte die Teilnehmer. Um den Schülern zumindest einen virtuellen Blick aus einer Windrad-Gondel in 150 Metern Höhe zu ermöglichen, hatten Sonya Harrison von Regionalverband OWL im Landesverband Erneuerbare Energien NRW (LEE NRW) und WestfalenWIND-Unternehmenssprecher Daniel Saage eine virtuelle Besteigung eines Windrads mithilfe einer 3D-Brille vorbereitet.

Jedes Jahr findet am 26. April in Gedenken an die Reaktorkatastrophe von Tschernobyl der Tag der Erneuerbaren Energien statt. Der LEE NRW hat in diesem Jahr landesweit eine Projektwoche mit verschiedenen Aktionen in diversen Städten und mehreren hundert Teilnehmern organisiert.

Landesverband Erneuerbare Energien

WestfalenWIND IT gewinnt Deutschen Rechenzentrumspreis 2019

Mit dem Deutschen Rechenzentrumspreis werden zukunftsweisende und visionäre Technologien, die die Energieeffizienz von Rechenzentren steigern, sichtbar gemacht. Der DRZP gilt als ist die prestigeträchtigste Auszeichnung der Branche. Entsprechend groß war die Freude bei WestfalenWIND IT- Geschäftsführer Dr. Fiete Dubberke, als er jetzt bei der Preisverleihung die begehrte Trophäe in den Händen hielt. „Dass wir bei der ersten Teilnahme am DRZP zwei Mal nominiert wurden und gleich einen Sieg und einen zweiten Platz belegen, ist schon überwältigend – Dank an alle Unterstützer!“.

Der Deutsche Rechenzentrumspreis wurde in diesem Jahr in fünf Kategorien vergeben. In der Kategorie „Ideen und Forschungen rund um das Rechenzentrum“ wurde das neue Konzept „WindCORES++“ für Cloud Hosting als Sieger ausgezeichnet.

Bei dem innovativen Vorhaben arbeitet WestfalenWIND IT seit 2014 eng mit Dr. Gunnar Schomaker vom Software Innovation Campus Paderborn (SICP) und vielen Unterstützern zusammen. „Ohne den Zugang zu dieser langjährigen Kooperation aus Wirtschaft und Wissenschaft wäre WindCORES gar nicht entstanden“, so Dubberke. In diesem Zusammenhang geht sein Dank auch an einen wichtigen Umsetzungspartner der ersten Pilotierung – die dtm.group. In der Kategorie „Ressourceneffiziente Rechenzentren“ belegt WestfalenWIND IT aus Paderborn mit dem Vorzeigeprojekt WindCORES den zweiten Platz, knapp hinter dem Vorreiter und Klassen-Primus Cloud & Heat Technologies.

Die Idee hinter „WindCORES“ ist so einfach wie effizient: Stromintensive Rechenzentren dort zu bauen, wo der Strom klimafreundlich produziert wird – konsequenterweise auch in Windenergieanlagen. „Es ist wunderbar zu sehen, wenn aus Forschungsideen innovative Lösungen für bestehende und zukünftige Anwendungsfelder erwachsen“ so Dr. Schomaker vom SICP. Der mit dem 2. Platz prämierte Pilot läuft schon seit über einem Jahr erfolgreich in einer Windenergieanlage bei Lichtenau im Kreis Paderborn. Für einen weiteren Anwendungsfall legt die WestfalenWIND IT jetzt gemeinsam mit dem international tätigen Ausrüster Rittal nach: Eine Maximierung der Stellfläche für Server in Windkraft-Türmen ist das Ziel. Das neue Konzept zeigt, wie bis zu 50 Racks in einer einzigen Windenergieanlage installiert werden können. Systemhäuser und mittelständische Firmenkunden können diese Kapazitäten für ihre eigenen IT-Systeme nutzen.

Nachhaltigkeit der Digitalisierung

Die 16-köpfige Fachjury des Deutschen Rechenzentrumspreises beeindruckte insbesondere die Verbindung aus Wirtschaftlichkeit und Nachhaltigkeit in einem einzigen Konzept. Denn WindCORES nutzen zu über 90 Prozent Windstrom und vermeiden den Verbrauch zusätzlicher Ressourcen. Durch den Einbau in Windenergieanlagen werden bestehende Gebäude, Infrastrukturen und Stromnetze genutzt. Die Vision der Macher von WestfalenWIND IT ist es, nachhaltige Energieerzeugung und Digitalisierung in Einklang zu bringen – nicht nur in Ostwestfalen, sondern in Deutschland und Europa. Dieser Weg bietet eine innovative Lösung für zukunftsweisende Anwendungsfelder wie z.B. dem vernetzen Fahren, der Industrie 4.0 oder der Smart City.

Energiebedarf ist Herausforderung

Der kaum diskutierte steigende Energiebedarf der Digitalisierung ist eine der großen gesellschaftlichen Herausforderungen. Der Strombedarf des Internets liegt schon jetzt bei 7 Prozent des weltweiten Stromverbrauchs. In Rechenzentren entfallen durchschnittlich 40 % der Gesamtbetriebskosten auf die Energie. Durch die Direktversorgung mit Windstrom liegen bei WindCORES die Stromkosten deutlich unter dem Marktdurchschnitt. „Auf dem Weg zu mehr Nachhaltigkeit und Wirtschaftlichkeit in der IT-Branche muss WindCORES ein Teil der Lösung werden!“, wünschen sich die WestfalenWIND IT-Mitbegründer Dr. Fiete Dubberke und Dr. Gunnar Schomaker.

Windausbau in OWL drastisch eingebrochen – Kritik an Pinkwart-Rückzieher

Erst den massiven Ausbau der Windkraft in NRW verkünden und dann einen Tag später wieder den energiepolitischen Rückwärtsgang einlegen: Was denn nun, Herr Pinkwart? Diese Frage stellt sich dem Regionalverband OWL im Landesverband Erneuerbare Energien in OWL, nachdem der Wirtschaftsminister seine Ausbaupläne nur einen Tag später relativiert und plötzlich lediglich von theoretischen Ausbau-Potenzialen spricht. „Ein ernstzunehmender Vorstoß der schwarz-gelben Landesregierung in dieser Sache hätte uns auch überrascht, dabei wäre er für die Energiewende essenziell wichtig“, so Kerstin Haarmann, geschäftsführender Vorstand des LEE RV OWL.

Denn Fakt ist: Laut den aktuellen Zahlen des LEE ist der Ausbau der Windenergie auch in der Region drastisch eingebrochen. Im Kreis Paderborn kamen im vergangenen Jahr 21 Anlagen dazu, im Kreis Höxter waren es gerade mal zwei und im Kreis Lippe nur eine einzige Anlage. Landesweit gingen 2018 nur 110 Anlagen ans Netz – im Vorjahr waren es fast dreimal so viel.  Mit 543 Windrädern und einer installierten Gesamtleistung von 976 Megawatt ist und bleibt der Kreis Paderborn Spitzenreiter bei der landesweiten Windstrom-Erzeugung. Der Kreis Höxter liegt mit 194 Windrädern auf Platz acht in NRW. In vielen Regionen NRWs habe die Windkraft aber noch durchaus Potential, so Haarmann.
Gleiches gelte für die Solarenergie: Der Regierungsbezirk Detmold belegt Ende 2018 mit fast 54.000 installierten Photovoltaik-Anlagen landesweit schon Platz zwei (Spitzenreiter ist der Regierungsbezirk Münster mit rund 65.000 Solaranlagen). Trotzdem sei in verdichteten Räumen wie zum Beispiel in Bielefeld, wo die Windenergie nur eine untergeordnete Rolle spielen kann, ein zusätzlicher Ausbau der Solarenergie erforderlich.

Der Blick auf die ungenutzten Dachflächen, vor allem in Gewerbegebieten, zeige das enorme Potential für die Erzeugung klimafreundlichen Solarstroms, so der LEE RV OWL. Hier will die Landesregierung mit guten Beispiel vorangehen. Es bleibt zu hoffen, dass sie an der Stelle nicht auch zurückrudert.

WestfalenWIND IT für Deutschen Rechenzentrumspreis nominiert

Für die WestfalenWIND IT GmbH könnte der 11. April 2019 zu einem Glückstag werden. Das Unternehmen ist mit seinem innovativen und klimafreundlichen Produkt „WindCORES“ erstmals für den Deutschen Rechenzentrumspreis nominiert. Der DRZP gilt als die wichtigste Auszeichnung der gesamten Datacenter-Branche in Deutschland. Der Preis geht an zukunftsweisende und visionäre Technologien, die die Energieeffizienz von Rechenzentren steigern. Die Chancen auf den Titel für WestfalenWIND IT stehen nicht schlecht: „WindCORES“ ist gleich in zwei von insgesamt fünf Kategorien unter den Finalisten vertreten. So schaffte es das Konzept klimafreundlicher Rechenzentren in Windkraftanlagen in die beiden wichtigen Kategorien „Ideen und Forschungen rund um das Rechenzentrum“ und „Ressourceneffiziente Rechenzentren“. Außerdem besteht noch zusätzlich die Möglichkeit, den begehrten Publikumspreis zu bekommen. Die Abstimmung dazu läuft noch bis zum 02.04. hier: https://www.datacenter-insider.de/specials/deutscher-rechenzentrumspreis/projekte2019/

Die Verleihung des Deutschen Rechenzentrumspreises findet am 11. April im Rahmen einer großen Gala statt.

Das erste „WindCores“-Rechenzentrum steht seit Anfang 2018 in einer Windkraftanlage bei Lichtenau und deckt seinen Strombedarf zu 90 Prozent aus sauberem Windstrom.

NRW-Energiestrategie nicht zukunftsfähig

Die Beratungen zur Energieversorgungsstrategie der Landesregierung gehen in die finale Phase. Die Erneuerbare-Energien-Branche kritisiert den bisherigen Zwischenstand scharf und fordert grundlegende Anpassungen.

Am kommenden Montag findet eine letzte Arbeitsgruppensitzung zur Energieversorgungsstrategie im NRW-Wirtschaftsministerium statt. An den bisher vorgestellten Zwischenergebnissen übt der Landesverband Erneuerbare Energien NRW (LEE NRW) scharfe Kritik: „Vor dem Hintergrund des Pariser Klimaschutzvertrages und den Zielen der Energiewende muss ein starker Ausbau Erneuerbarer Energien heute zentrale Grundlage aller energiestrategischen Überlegungen sein. Auch wenn die Landesregierung angibt, die Ergebnisse der Kohlekommission 1:1 umsetzen zu wollen, gilt dies ganz offensichtlich nicht für den Aufbau des neuen Energiesystems. Vielmehr gewinnt man beim Strategieentwurf den Eindruck, dass die Landesregierung noch vor der Kohle wieder aus der Windenergie aussteigen will“, so Dipl.-Ing. Reiner Priggen, Vorsitzender des LEE NRW.

Die nordrhein-westfälische Landesregierung geht davon aus, dass durch ihre Einschränkungen bei der Windenergie nur noch rund ein Drittel der bisherigen Potentialflächen in NRW erhalten bleiben. Damit würde der notwendige weitere Ausbau eines zentralen Leistungsträgers der Energiewende massiv beschränkt werden. Bioenergie und Wasserkraft, die wichtige Beiträge zur Netz- und Systemstabilität leisten können, werden in den strategischen Überlegungen bisher gar nicht erwähnt. Bei der Photovoltaik werden die großen Potentiale in NRW benannt. Allerdings fehlt es völlig an konkreten Maßnahmen, wie diese bestmöglich erschlossen werden sollen. Gleiches gilt für die Geothermie, bei der die Potentiale aber vor allem in der Wärmeerzeugung und nicht in der Stromerzeugung liegen.

„Viele Unternehmen in Deutschland und NRW wollen die Energiewende längst selbst aktiv durch eigene Investitionen in Erneuerbare Energien vorantreiben, weil sie ihre eigene Verantwortung spüren und akzeptieren. Hierzu erwarten sie von der Landesregierung, dass sie die Erneuerbaren Energien und eine intelligente Energiewende unter Berücksichtigung aller relevanter Sektoren wie Wärme, Kälte, Strom und Mobilität, in das Zentrum ihrer nachhaltigen Überlegungen stellt. Die bisherigen Zwischenergebnisse werden diesem Anspruch nicht gerecht und bedürfen intelligenter Strategien und zeitgemäßer Konkretisierungen. Denn beim absehbaren Ende der Kohle wird das Energieland NRW nur durch neue klimafreundliche Technologien Investitionen, Wertschöpfung und Arbeitsplätze im Energiesektor sichern können – aktuell zerstört diese Landesregierung Wertschöpfung und Arbeitsplätze in NRW“, so Jörg Heynkes, Unternehmer seit 34 Jahren, stellvertretender Vorsitzender des LEE NRW und zugleich Vizepräsident der Bergischen IHK Wuppertal-Solingen-Remscheid.

E-Taxen sind die Zukunft

Ein Umstieg auf E-Fahrzeuge zahlt sich für viele Taxiunternehmen aus. Das ist wohl die wichtigste Erkenntnis des Infonachmittags, der jetzt in den Räumen der Industrie- und Handelskammer Ostwestfalen, Zweigstelle Paderborn + Höxter (IHK) stattfand. Zusammen mit der IHK hatte der Landesverband Erneuerbare Energien NRW – Regionalverband OWL alle Taxiunternehmen in der Region zu der Veranstaltung „E-Mobilität im Taxi-Gewerbe – Zukunft oder Zumutung?“ eingeladen.

Doch das Interesse in der Branche war verhalten, offenbar sind die Vorbehalte gegen das Thema noch sehr groß. „Das ist allerdings unbegründet“, meint Bernd Hoose, Berater von Taxi Bednarz aus Bochum, bundesweit einem der ersten Taxiunternehmen, das seine Flotte teilweise auf E-Fahrzeuge umstellte.

Laut Hooses Erfahrungen spricht vieles für die E-Mobilität im Taxi-Gewerbe: So lägen die Betriebskosten für ein E-Taxi bis zu 50 Prozent unter dem eines konventionellen Diesel-Fahrzeugs. Auch die Anschaffungskosten seien dank der Förderung durch Bund und Land abhängig vom Fahrzeugtyp teilweise günstiger. Weitere Vorteile seien die marginalen Wartungskosten und die hohe Zuverlässigkeit der E-Fahrzeuge.

Letzteres konnten auch Barbara Kuttowski-Klima und ihr Mann André Kuttowski bestätigen, die in ihrem Paderborner Taxibetrieb mittlerweile drei Tesla-Modelle fahren und damit in ihrer Branche Vorreiter in der Region sind.

Allerdings waren sich die praxisnahen Experten auch einig, dass die öffentliche Ladeinfrastruktur in den Städten deutlich ausgebaut werden müsse – insbesondere an Schnell-Ladesäulen fehle es, was bisher auch dem komplizierten deutschen Eichrecht geschuldet sei.

Mike Süggeler, Leiter Innovation beim Energiedienstleister Westfalen Weser Energie, erläuterte, dass sein Unternehmen in den letzten Jahren 200 Ladepunkte im Netzgebiet installiert habe, so dass alle 20 Kilometer öffentliches Laden möglich sei.

Die Städte Paderborn und Herford zum Beispiel arbeiten derzeit an einem Elektromobilitätskonzept, das in den nächsten Jahren einen massiven Ausbau von Ladesäulen vorsieht, wie Dr. Dietmar Regener vom ASP Paderborn ausführte. Diesem planerischen Beispiel sollten andere Kommunen in der Region folgen, um auf den steigenden Bedarf vorbereitet zu sein, so der Regionalverband OWL im Landesverband Erneuerbare Energien NRW.

Bei Rückfragen:                Sonya Harrison

Geschäftsstelle OWL des LEE NRW

Vattmannstraße 6

33100 Paderborn

05251 – 68 25 733

Windstrom für Benteler – Asselner Windkraft schließt Werk in Kleinenberg an Windpark an

Im Benteler-Werk in Lichtenau-Kleinenberg werden Module für die Abgasrückführung und Kraftstoffverteilersysteme von Autos jetzt auch mit Strom aus Windkraft hergestellt. Bis zu 50 Prozent der benötigten elektrischen Energie stammen künftig aus dem Windpark Asseln. Der Automobilzulieferer verbessert mit dem Projekt auf einen Schlag deutlich seine CO2-Bilanz. Die jährlichen 8 Mio. Kilowattstunden Windstrom entsprechen etwa dem Jahresverbrauch von 2000 Haushalten.

Möglich macht es eine Kooperation zwischen BENTELER und der Asselner Windkraft GmbH & Co. KG. Für das Vorzeige-Projekt wurde eigens ein über 10 Kilometer langes Kabelnetz vom Windpark bis nach Kleinenberg gebaut. In der Rekordzeit von gerade mal 4 Monaten schaffte es die Asselner Windkraft, die 30 Kilovolt-Kabeltrasse zu realisieren. Unter anderem waren dafür auch Verhandlungen mit etwa 100 Grundstückseigentümern entlang der Trasse geführt worden. Auch im BENTELER-Werk selbst waren umfangreiche Bauarbeiten notwendig, um den Windstrom ins Werksnetz einzuspeisen. Gleichzeitig mit der Versorgung durch Strom aus erneuerbarer Energie erweiterte das Unternehmen auch seine Leistungskapazitäten.

„Dieses Projekt ist ein Vorzeigeprojekt, wenn es um die Lieferung von Industriestrom aus Windkraft geht“, freut sich der Geschäftsführer der Asselner Windkraft Johannes Lackmann.

Er hat die Partnerschaft mit BENTELER maßgeblich vorangetrieben und auch das wirtschaftliche Risiko der langen Kabeltrasse nicht gescheut. Durch das Projekt bekommen einige Altanlagen im Asselner Windpark neues Leben eingehaucht. Statt die Maschinen, die technisch noch einwandfrei sind, aus wirtschaftlichen Gründen abbauen zu müssen, können sie so noch einige Jahre länger drehen und Ökostrom ins Kleinenberger Werk liefern.

„Leider will die Koalition in Berlin solchen Lösungen jetzt durch eine neue Steuererhöhung die Grundlage entziehen“, erläutert Lackmann und ist damit nicht einverstanden. Die Politik stelle durch die Einführung einer Stromsteuer auf solche Grünstrom-Netze wie es das Kabelsystem zu BENTELER sei, die Wirtschaftlichkeit infrage. Während der Bau der Trasse schon lief, habe es aus Berlin den Vorstoß gegeben, künftig eine Steuer von 2ct je Kilowattstunde zu erheben, die durch solche Leitungen fließe. Für das Asselner Projekt, das im Übrigen ohne öffentliche Fördergelder oder Zuschüsse realisiert wurde, bedeute das jährliche Mehrkosten von bis zu 160.000 €.

„Damit wird die Energiewende bewusst behindert und Industriebetrieben wie BENTELER die Möglichkeit genommen, ihre Umweltbilanz zu verbessern“, so Lackmann, der früher 10 Jahre lang ehrenamtlich den Bundesverband Erneuerbare Energien geleitet hat.

Man werde sich das aber nicht gefallen lassen und weiter auf politischer Ebene gegen diese Steuererhöhung vorgehen. Dabei setze man auch auf die lokale Politik, die sich für den Ausbau solcher Grünstromnetze zugunsten der heimischen Wirtschaft stark machen müsse. Schließlich versorge sich der Kreis Paderborn bilanziell schon jetzt zu über 112 Prozent selbst mit Ökostrom.