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Weltweite Aktion von „Fridays for Future“ – auch in OWL wird für das Ende der Klimazerstörung gestreikt

Landesverband Erneuerbare Energien

Am nächsten Freitag soll das Ende der Klimazerstörung eingeläutet werden. Die internationale Fridays for Future-Bewegung ruft alle Generationen für den 20. September weltweit zum Klimastreik auf. In Deutschland unterstützen zahlreiche Verbände, Kirchen, Gewerkschaften und fast 1.000 Firmen den Aufruf. In Ostwestfalen-Lippe sind neun Demonstrationen geplant. Der Regionalverband OWL im Landesverband Erneuerbare Energien (LEE) NRW rechnet allein in Bielefeld mit 5.000 Teilnehmern.

Der 20. September wurde als Termin für die weltweite Aktion gewählt, weil in der Folgewoche der Klimagipfel der Vereinten Nationen in New York beginnt. Dieser Gipfel muss aus Sicht von „Fridays for Future“ einen Wendepunkt beim Klimaschutz darstellen. Die Anreise der schwedischen Klimaaktivistin Greta Thunberg in die USA mit einem klimaschonenden High-Tech-Segelboot anstelle eines Flugzeugs hatte für Aufsehen gesorgt.

In Deutschland hat der 20. September für den Klimaschutz eine besondere Bedeutung, weil dann das sogenannte „Klimakabinett“ tagt. Die Bundesregierung hat angekündigt, die Weichen für ihre Klimaschutzpolitik neu zu stellen. Die Demonstranten wollen ein Zeichen setzen, das die Mitglieder des „Klimakabinetts“ nicht übersehen können. Vor allem beim Verkehr werden eine Wende und eine Abkehr von der „Auto-Vorrangpolitik“ erwartet.

Wie dringend notwendig es ist, den Druck auf die Politik zu erhöhen, hat der „Windgipfel“ der Bundesregierung vor wenigen Tagen gezeigt. „Der Ausbau der Windenergie istbundesweit zusammengebrochen, aber der Windgipfel endet ohne konkretes Ergebnis“, ist Jürgen Wrona, OWL-Regionalvorsitzender im LEE NRW, entsetzt. „Den Regierenden auf Bundes- und Landesebene fehlt es bei der Energiewende an Entschlossenheit,“ so Wrona.

In Bielefeld ist der Klimastreik der Höhepunkt einer ganzen „Climate Week“, die vom 19. bis 29. September mit zahlreichen Aktionen und Veranstaltungen ausgerichtet wird. Unterstützt wird die Bielefelder Klimawoche von einem breiten Aktionsbündnis mit fast 40 Organisationen und Vereinen, darunter der LEE-Regionalverband OWL. Als gemeinsames Ziel hat das Bündnis formuliert, gegen die Vernichtung der Lebensgrundlagen vorzugehen.

In Paderborn, Gütersloh, Detmold, Lemgo und Minden ist die „Fridays-for-Future“-Bewegung ebenfalls seit Monaten aktiv und beteiligt sich am weltweiten Klimastreik. Im Kreis Herford finden drei Demonstrationen statt – in Löhne, Bünde und Enger. Auch in Paderborn ist eine „Week of Climate“ mit Veranstaltungen geplant.

Die Klimastreiktermine in Ostwestfalen-Lippe und Umgebung:

Bielefeld: 12:05 Uhr am Hauptbahnhof

Paderborn: 14:00 Uhr auf dem Marktplatz

Gütersloh: 12.00 Uhr am Rathaus

Detmold: 13:30 Uhr auf dem Marktplatz

Lemgo: 12.30 Uhr auf dem Marktplatz

Minden: 11:30 Uhr auf dem Marktplatz

Löhne: 14:00 Uhr auf dem Findeisenplatz

Bünde: 10:30 Uhr auf dem Marktplatz

Enger: 12:05 Uhr am Widukind-Gymnasium

Holzminden: 13:30 Uhr auf dem Marktplatz

Lippstadt: 11:55 Uhr am Rathaus

Anröchte: 15:30 Uhr auf dem Bürgerhausvorplatz

Energiewende in OWL zum Scheitern verurteilt – Landesregierung und NABU blockieren Windkraft-Ausbau in der Region

Landesverband Erneuerbare Energien

Im ersten Halbjahr 2019 wurden im Regierungsbezirk Detmold lediglich vier neue Windenergieanlagen gebaut – und zwar ausschließlich im Kreis Paderborn. Mit der derzeitigen Blockade des Windkraft-Ausbaues ist die Energiewende in Ostwestfalen-Lippe (OWL) zum Scheitern verurteilt. Darauf weist der Regionalverband OWL im Landesverband Erneuerbare Energien Nordrhein-Westfalen (LEE NRW) hin.

In ganz Nordrhein-Westfalen wurden laut Bundesnetzagentur in diesem Jahr erst 14 Anlagen installiert – das ist ein Einbruch um 80 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Eine Besserung ist nicht in Sicht. „Der Landtag hat im Juli einen pauschalen Mindestabstand von 1500 Meter zur Wohnbebauung beschlossen. Sollte diese sachwidrige Festlegung juristisch Bestand haben, wäre ein Ausbau der Windkraft in NRW in Zukunft mangels geeigneter Flächen praktisch nicht mehr möglich“, stellt der OWL-Regionalvorsitzende des LEE Jürgen Wrona fest.

Flankiert wird die Windenergie-Verhinderungspolitik der Landesregierung ausgerechnet vom Naturschutzbund (NABU). Allein im Raum Bad Wünnenberg und Marsberg würde der NABU aktuell 30 bereits genehmigte Windkraftanlagen aus vermeintlichen Artenschutzgründen beklagen und deren Bau damit blockieren, weiß Sonya Harrison, Leiterin der Geschäftsstelle des OWL-Regionalverbandes im LEE NRW. Diese Anlagen könnten so viel sauberen Strom produzieren wie in fast 100.000 Durchschnittshaushalten verbraucht wird.

In vielen dieser Fälle handelt es sich laut Harrison um Repowering-Projekte, bei denen seit Jahren bestehende Alt-Anlagen durch Neu-Anlagen ersetzt werden sollen. Auch wenn es an diesen Standorten in der Vergangenheit kein Artenschutzproblem gegeben hat, klagt der NABU trotzdem, weil er eine Gefährdung einzelner Tiere vermutet. „Der NABU fährt eine Kampagne gegen die Windenergie und verwechselt häufig Tierschutz mit Artenschutz “, so Jürgen Wrona mit Hinweis auf den Artenschutzleitfaden des Landes NRW.

Ein funktionierendes Modell: PV ohne Bürokratie – Eigenversorgung für 15 ct/kWh

Das EEG war für die Markteinführung der PV ein notwendiges Instrument und im Ergebnis sehr erfolgreich. Heute hat eine durchschnittliche PV-Anlage 7 kWp und macht einen Umsatz von weniger als 1.000 €/a. Sie ist ein Stück normaler Haustechnik geworden, wird aber immer noch organisiert wie ein Gewerbebetrieb. Die Bürokratie wurde mit dem Mieterstrommodell noch auf die Spitze getrieben. Hier ist unser Vorschlag für eine Entbürokratisierung.

Was passiert eigentlich, wenn die PV-Anlage aus der EEG-Förderung läuft? Auch beim Weiterbetrieb von Alt-Anlagen verfolgen wir einen möglichst unbürokratischen und benutzerfreundlichen Ansatz, der in der Branche auf reges Interesse stößt. Hier geht es zu unserem Modell.

Bad Wünnenberg als Vorbild: Borchen bekommt Gelder aus der Windkraft-Stiftung

Vereine und Ehrenamt in der Gemeinde Borchen können sich freuen: Noch in diesem Jahr wird die Energiestiftung Sintfeld 45.000 Euro für Kunst, Kultur, Sport und soziale Zwecke in Borchen ausschütten. Geplant ist, diese Summe künftig jedes Jahr ehrenamtlichen Organisationen zur Verfügung zu stellen.

Die WestfalenWIND-Gruppe hat die Initiative ergriffen und stellt aus dem Windpark in Etteln (sieben Windräder) Gelder zur Verfügung. Es beteiligen sich auch Windkraftbetreiber Andre Michels aus Lichtenau-Grundsteinheim (zwei Windräder), sowie die Familie Vollmer aus Dörenhagen ( ein Windrad). Weitere Windkraftanlagenbetreiber aus der Gemeinde Borchen sind aufgerufen, sich ebenfalls in der Stiftung zu engagieren, um das Gemeinwesen der Region zu stärken.

Um die Bürokratie rund um die Vergabe der Gelder bewusst schlank zu halten, kümmert sich die erfahrene Energiestiftung Sintfeld um die Abwicklung. Seit 2014 bereits schüttet sie Gelder auf dem Gebiet der Stadt Bad Wünnenberg aus – bislang etwa 600.000 €. Der neue Fördertopf für Borchen wird separat verwaltet.

Zuständig für die Vergabe ist ein 4-köpfiger Stiftungsrat. „Dass wir nach erfolgreichem Wirken in Bad Wünnenberg jetzt auch in Borchen Vereine und Ehrenamt unterstützen können, freut uns natürlich sehr“, so Stiftungsvorstand Ulrich Klinke.

Um den Bedarf in Borchen einschätzen zu können, werde man sicherlich auch auf die Erfahrung von ehrenamtlichen Initiativen in der Gemeinde zurückgreifen.

Aber zunächst sei man gespannt auf die Anträge der ehrenamtlichen Organisationen in Borchen. Die Förderbedingungen und Antragsformulare sind auf der Internetseite www.energiestiftung-sintfeld.de nachzulesen.

Grundsätzlich unterstützt die Stiftung nahezu alle Belange der Vereine.

„Wir freuen uns aber natürlich, wenn sich die Vereine auch Gedanken über mögliche Energieeinsparungsprojekte machen oder sich überlegen, ob auf Vereinsdächern zum Beispiel mit Unterstützung der Stiftung eine Photovoltaikanlage installiert werden kann. Auch das Anlegen von Blühwiesen, um dem Insektensterben entgegen zu wirken, ist ein Anliegen der Stiftung “, erläutert Stiftungsvorstand Friedbert Agethen.

Man hoffe, dass die Aktivitäten der neuen Stiftung für Borchen genauso positive Auswirkungen auf Ehrenamt und Bevölkerung haben werde, wie das in Bad Wünnenberg  und Lichtenau der Fall sei.

Anträge für die Gemeinde Borchen können noch bis Ende September gestellt werden. Die Vergabe der Mittel erfolgt im Herbst. Die Antragsteller werden schriftlich informiert.

Aussagen von Tönnies auch energie- und klimapolitisch inakzeptabel

Landesverband Erneuerbare Energien

Die umstrittenen Aussagen von Clemens Tönnies über Afrika und den Klimaschutz beim „Tag des Handwerks“ in Paderborn sind auch aus energie- und klimapolitischer Sicht falsch und inakzeptabel. Darauf weist der Regionalverband Ostwestfalen-Lippe im Landesverband Erneuerbare Energien Nordrhein-Westfalen (LEE NRW) hin.

In der Europäischen Gemeinschaft wird mehr Kohlendioxid ausgestoßen als in ganz Afrika. Der Pro-Kopf-Ausstoß in Deutschland ist etwa viermal so hoch wie in Afrika. Um die Klimaziele zu erreichen, muss der CO2-Ausstoß bei uns auf maximal zwei Tonnen reduziert werden, plädiert Daniel Saage (Paderborn) vom LEE-Regionalvorstand. Derzeit sind es etwa neun Tonnen.

Wenig durchdacht ist für den LEE-Regionalverband OWL auch der Tönnies-Vorschlag, Deutschland solle in Afrika den Bau 20 neuer Großkraftwerke finanzieren. Afrika ist achtmal so groß wie die Europäische Union und hat keine Infrastruktur zur Energieverteilung. Sinnvoll ist daher allein der Aufbau einer dezentralen Versorgungsstruktur, die auf Sonnen- und Windenergie basiert.

LEE-Regionalvorsitzender Jürgen Wrona (Delbrück) kritisiert zudem, dass Tönnies eine Bepreisung des Kohlendioxid-Ausstoßes als „Steuererhöhung“ diskreditiert hat. In vielen europäischen Ländern und auch in Südafrika gibt es bereits eine CO2-Steuer. Die Schweiz und Schweden zeigen, dass eine sozialverträgliche Bepreisung von Kohlendioxid-Emissionen möglich ist, so Wrona.

Die Aussagen von Tönnies in Paderborn sind nicht nur wegen seiner undifferenzierten Aussagen über Afrikaner bedenklich, sie zeugen auch von Voreingenommenheit und Unkenntnis über energie- und klimapolitscher Zusammenhänge, so der LEE-Regionalvorstand Ostwestfalen-Lippe.

NRW-Energiestrategie bei Erneuerbaren Energien Luftnummer

Die Erneuerbare-Energien-Branche kritisiert: Strategische Ausbauziele und konkrete Regierungspolitik passen nicht zusammen.

Die NRW-Landesregierung hat heute ihre Energiestrategie im Landtag vorgestellt. Dazu Dipl.-Ing. Reiner Priggen, Vorsitzender des Landesverbandes Erneuerbare Energien NRW (LEE NRW): „Die Energiestrategie behandelt zweifelsohne viele wichtige Punkte der künftigen Energieversorgung. Doch beim Kern der Energiewende, der Umstellung auf Erneuerbare Energien, bleibt die Strategie blass. Hier werden wenig ambitionierte Ausbauziele gesetzt, die sich mit der aktuellen Regierungspolitik auch noch als Luftnummern erweisen werden.“

Bei der Windenergie wird es nicht zur angestrebten Verdoppelung bis 2030 kommen, weil die Landesregierung den rechtlich unzulässigen 1.500-Meter-Abstand und das Verbot von Windkraft im Wirtschaftswald im neuen Landesentwicklungsplan (LEP) zur Regel machen will und damit der Ausbau einbricht. Bei der Photovoltaik bleibt man weit unter den Möglichkeiten. Die Landesregierung hat selbst ein PV-Potential von über 80 Gigawatt in Nordrhein-Westfalen festgestellt und möchte doch in den nächsten 11 Jahren nur eine Steigerung der installierten PV-Leistung von derzeit rund 5 GW auf 11,5 GW erreichen. Dann wären 2030 nur rund 14 Prozent des Potentials genutzt. Gerade bei der PV hat NRW aber wegen der dichten Besiedlung und der vielen ungenutzten Dächer große Ausbauchancen. Doch seit zwei Jahren angekündigte Erleichterungen beim Denkmalschutz wurden bisher nicht umgesetzt. Zugleich sollen im neuen LEP Freiflächen-PV-Anlagen weiter tabu bleiben.

Laut LEE NRW müssen der Ausbau Erneuerbarer Energien und die dazu erforderlichen Rahmenbedingungen endlich ins Zentrum der politischen Anstrengungen gestellt werden. In der Energiestrategie stehen sie aber gar hinter Fragen der Speicherung, Sektorenkopplung oder der Produktion synthetischer Brennstoffe zurück: „Strom aus fossilen Kraftwerken in Batterien zu speichern, damit Wärmepumpen und E-Mobile zu betreiben oder gar synthetische Gase zu produzieren, hilft nichts für den Klimaschutz. Vielmehr braucht es für die sinnvolle Nutzung dieser Technologien einen starken Ausbau der Erneuerbaren Energien als Basis. Um diesen Ausbau sicherzustellen, ist eine sofortige Kehrtwende in der Erneuerbaren-Energien-Politik dieser Landesregierung notwendig“, so Priggen.

SPITZE NADEL 2019 würdigt herausragende Aktionen für die Menschenrechte

Berlin/Paderborn, 3. Juli 2019 – Die Entwicklungsorganisation INKOTA und die im Hause WestfalenWIND ansässige gemeinnützige Gesellschaft cum ratione  haben am 3. Juli zum vierten Mal die SPITZE NADEL verliehen. Der bundesweit ausgeschriebene Engagement-Preis würdigt jedes Jahr Initiativen, die mit innovativen und wirksamen Aktionen auf die Missstände in der globalen Textil-, Schuh- und Lederindustrie aufmerksam machen. Die Preisträger setzen sich in herausragender Art und Weise für die Menschenrechte bei der Arbeit ein, ihr Wirken soll Nachahmer motivieren. Die SPITZE NADEL ist mit 10.000 Euro dotiert. Die Verleihung fand auf der Modemesse Neonyt in Berlin statt.

Preisträger der diesjährigen SPITZEN NADEL sind:

  •  das nachhaltige Berliner Modelabel Folkdays für das politische Engagement zu einem Gesetz für Sorgfaltspflichten mit der Kampagne #fairbylaw;
  •  das bundesweite Aktionsbündnis „Turn Around H&M“ für Straßenaktionen, die versprochene Existenzlöhne einfordern;
  •  die Greifswalder Nähwerkstatt Kabutze, für kreative Protestaktionen zu Menschenrechten in der Modebranche in der Fashion Revolution Action Week.

Die InitiatorInnen der SPITZEN NADEL freuten sich über die vielen eingereichten kritisch-provokanten Aktionen. Sie treiben die aktuellen Diskussionen um ein Lieferkettengesetz und Existenzlöhne voran. „Die Textilhändler und -Produzenten hier in Deutschland und weltweit müssen dafür haftbar gemacht werden, wenn ihre Produkte nicht unter menschenwürdigen Bedingungen produziert werden“, sagt Kerstin Haarmann, Geschäftsführerin von cum ratione. „Deshalb freuen wir uns, wenn unsere Preisträ-gerinnen andere dazu ermutigen, dies von der Politik einzufordern.“

Mit der SPITZEN NADEL wollen INKOTA und die cum ratione gGmbH erreichen, dass sich Ereignisse wie die Fabrikeinstürze und -brände von Rana Plaza, Tazreen oder Ali Enterprises mit mehreren tausend Toten und Verletzten nicht wiederholen. Der Preis motiviert Aktionsgruppen und Menschen in Deutschland dazu, gegen die untragbaren Zustände in der Textil-, Schuh- und Lederindustrie aktiv zu werden. „Öffentliche Aktionen wider dem Vergessen bestärken uns darin, den Druck auf Entscheidungs-träger in Unternehmen und Politik hoch zu halten und substantielle Veränderungen voranzubringen“, sagt Berndt Hinzmann von INKOTA.

Die Fachjury mit VertreterInnen aus Politik, Zivilgesellschaft und Presse hat unter 13 Bewerbungen aus Deutschland und Österreich die drei besonderen Aktionen ausgewählt. Zur Jury gehörten Bärbel Höhn (Energiebeauftragte für Afrika, BMZ), Marina Wenk (Bloggerin und Fernsehjournalistin), Annette Jansen(Journalistin und Autorin), Imke Müller-Hellmann (Buchautorin: „Leute machen Kleider“), Jürgen Maier (Forum für Umwelt und Entwicklung), Kerstin Haarmann (cum ratione) und Berndt Hinzmann (INKOTAnetzwerk). Während der Preisverleihung sorgten Tobias Morgenstern (acc) und Jansen Folkers (vio) mit ihrem speziellen Blick auf die Welt für einen musikalischen Akzent.

Balkon-PV: Anmeldung wurde vereinfacht

Mieter und Wohnungseigentümer können jetzt viel einfacher die Sonne anzapfen und Solarstrom ins eigene Stromnetz einspeisen. Die Vorschriften für Steckdosen-Solargeräte sind kürzlich gelockert worden. Verbraucher können die kleinen Solarmodule für den Balkon bis zu einer Gesamtleistung von 600 Watt seit einigen Wochen selbst beim Netzbetreiber anmelden. Bisher war das nur über einen Elektroinstallateur möglich, was vergleichsweise hohe Kosten verursachte.

Der Regionalverband OWL im Landesverband Erneuerbare Energien NRW begrüßt die vereinfachte Anmeldung, eröffnet sie doch vielen Menschen die Möglichkeit, Solarstrom kostengünstig selbst zu erzeugen und sich so an der Energiewende zu beteiligen.

Einige Netzbetreiber wie zum Beispiel Westnetz gehen mit gutem Beispiel kundenfreundlich voran und bieten schon jetzt online Anmeldeformulare für die so genannten Balkon-PV-Module an. Auch Westfalen Weser Netz will zeitnah nachziehen. Da die neue Norm erst Ende April in Kraft getreten ist, sollten andere Netzbetreiber in der Region demnächst folgen.

Aus Sicht des LEE-Regionalverbands OWL ist die vereinfachte Anmeldung nur ein erster Schritt in die richtige Richtung. „Besser wäre es, Anlagen bis zu einer Gesamtleistung von 600 Watt komplett von der Anmeldepflicht zu befreien, wie es schon in anderen europäischen Ländern der Fall ist“, so die Geschäftsstellenleiterin Sonya Harrison. So könne jeder Nutzer mit zwei Modulen pro Jahr den Strom für zum Beispiel zwei Kühlschränke selbst erzeugen – ohne aufwändiges und kostspieliges Anmeldeverfahren.  Die Module selbst können laut der Deutschen Gesellschaft für Sonnenergie über einen Wechselrichter einfach an die Schuko-Steckdose angeschlossen werden.

Landesverband Erneuerbare Energien

Breites Bündnis aus NRW appelliert: Windenergie im Wald nutzen!

Düsseldorf, 04.06.2019

Ein Verbändebündnis aus Energie- und Forstwirtschaft richtet sich mit einer Erklärung an die NRW-Landesregierung. Hauptanliegen: Der neue Landesentwicklungsplan soll auf geplante Einschränkungen bei der Windenergie im Wald verzichten. Vielmehr sollen Kommunen bei der Ausweisung von Waldschadensflächen für die Windenergie aktiv unterstützt werden.

Sechs nordrhein-westfälische Verbände richten heute einen Appell an die Landesregierung und die Regierungsfraktionen von CDU und FDP im Landtag NRW. Darin fordern sie, die Nutzung der Windenergie im Wald zu unterstützen, statt sie mit den geplanten Änderungen am Landesentwicklungsplan auszubremsen. Das Bündnis aus Forst- und Energiewirtschaft betont die Bedeutung der Windenergie im Wald für den Klimaschutz und die Energiewende insgesamt, aber auch für die lokale Wertschöpfung vor Ort. Damit wollen die Verbände ein deutliches Signal für die morgigen Beratungen über den Landesentwicklungsplan (LEP) im Wirtschafts- und Energieausschuss des Landtags setzen.
Die Waldbestände NRWs stünden nach mehreren schweren Stürmen, starker Trockenheit und einem dramatischen Borkenkäferbefall unter großem Druck, so die Erklärung. Die Wiederaufforstung sei eine Herausforderung für Jahrzehnte. Eine gute Möglichkeit, diese wirtschaftlich kritische Zeit zu überbrücken, böte die Windenergie im Wald. Gleichzeitig leisteten Windräder an Waldstandorten einen wichtigen Beitrag für das Gelingen der Energiewende. Die vorgesehenen Einschränkungen im LEP seien hier im hohen Maße kontraproduktiv und suggerierten eine Veränderung der Rechtslage, die rechtlich nicht haltbar sei.

Unterzeichnet haben die Erklärung:
• Landesgruppe NRW des Bundesverbandes Energie und Wasserwirtschaft e.V.
• Familienbetriebe Land und Forst Nordrhein-Westfalen e.V.
• Genossenschaftsverband – Verband der Regionen e.V.
• Landesverband Erneuerbare Energien NRW e.V.
• Landesgruppe Nordrhein-Westfalen des Verbands Kommunaler Unternehmen e.V.
• Waldbauernverband NRW e.V.

Die ganze Erklärung hat der Landesverband Erneuerbare Energien NRW hier auf seiner Website veröffentlicht.

Ansturm auf mehrjährige Blühmischungen – Projekt der Energiestiftung wird bestens angenommen

Mehr als 100 Landwirte und Hobbygärtner tragen in diesem Sommer dazu bei, dass Bad Wünnenberg aufblüht. Sie beteiligen sich an dem Artenschutz-Projekt „Blühfelder“ der Energiestiftung Sintfeld. Das Saatgut für die mehrjährige Blühmischung, die als Nektar-Tankstelle für Insekten dienen soll, war am Ende ausverkauft. Die Landwirte erhielten die spezielle Mischung mit Felderbsen, Öllein, Rotschwingel, Sommerhafer, Sommerwicken, Sonnenblumen und Waldstaudenroggen kostenlos. Die Abwicklung der Fördermaßnahme seitens der Stiftung erfolgte erneut unkompliziert über den Raiffeisenmarkt in Bad Wünnenberg-Haaren.

„Die von uns geförderte Saatmischung entspricht exakt den Vorgaben des Landesprogrammes NRW für Blühstreifen. Nach einmaligen Aussäen blüht die Fläche dann etwa 5 Jahre lang“, so Stiftungsvorstand Ulrich Klinke. „Schlecht zu beackernde Felder mit schrägem Zuschnitt oder Streifen direkt vor Wäldern wurden eingesät, sie eignen sich hervorragend dafür“, erklärt Klinke. Der Bioland-Landwirt freut sich, dass es demnächst auf 60 Hektar um Bad Wünnenberg bunt blühen wird.Für das 1. Halbjahr hat die Energiestiftung Sintfeld neben den knapp 7000 € für die Blühstreifen-Saat weitere 70.000 € aus Windkraft-Mitteln für Vereine und das Ehrenamt bewilligt. Es profitieren wieder viele Projekte, die sich um Kinder und Jugendliche bemühen (siehe Liste unten). Für die kommenden Förderperioden ruft die Energie-Stiftung Sintfeld zu noch mehr Kreativität bei der Einreichung von Anträgen auf.

„Wir wünschen uns wieder mehr Projekte, die unmittelbar etwas mit dem Thema Energie zu tun haben“, erläutert Stiftungsvorstand Friedbert Agethen. Zum Beispiel könnten Vereine, die eigene Gebäude bewirtschaften, sich überlegen Photovoltaikanlagen auf den Dächern selbst zu installieren oder Erdöl- und Erdgas-Heizungen gegen umweltfreundlichere Wärmepumpen tauschen. Zum notwendigen Material könnte dann die Stiftung evtl. Gelder dazu tun. „Kreative Ideen sind uns besonders willkommen“, so Agethen, der feststellt, dass in letzter Zeit auch viele Förderanfragen für Projekte ankommen, die eigentlich zum kommunalen Aufgabengebiet gehören.

Anträge für das zweite Halbjahr können noch bis zum 15.09.2019 eingereicht werden.

Infos unter: www.energiestiftung-sintfeld.de

Geförderte Projekte 1.Halbjahr 2019:

1.) Chorgemeinschaft Bad Wünnenberg und Fürstenberg e.V. / 145-jähriges Jubiläumskonzert

2.) Offene Ganztagsschule Haaren/Helmern (Förderverein Kath. Grundschule) / „Balancier Garten“ – Erweiterung „Balancier Pfad“

3.) Profilschule Fürstenberg (ehemals Sekundarschule Fürstenberg) / Vier neue Volleyballpfosten mit Flaschenzugsystem für den Sportunterricht

4.) Musikverein Bleiwäsche e.V. / Anschaffung einer großen Marschtrommel und Anbringung einer festen Beleuchtungsanlage für das Jahreskonzert

5.) Förderverein Lummerland e.V. / Sitzkreiskissen plus Ständer und 2er Sofa

6.) BSV 1921 Fürstenberg e.V. / Fußball-Freizeittage für Mädchen – Förderung Mädchenfußball in der Gemeinschaft.

7.) Förderverein „Der Bücherbus e.V.“ / Neuanschaffung Bücherbus

8.) Kinder- und Jugendchor 1982 Haaren / Lichtstrahler für Musicalaufführungen

9.) Schützenverein Haaren 1717 e.V. / Umbau Schießstand auf eine elektrische Schießanlage

10.) Musikverein Helmern e.V. / Anschaffung einer neuen Tuba

11.) Förderverein der Kath. Grundschule Haaren-Helmern / Kochen und backen in der Schule – Einbauherde für die Schulküche

12.) Förderverein Kindergarten Sterntaler e.V. / Krippenwagen, um mit den Kleinsten die Natur und die frische Luft genießen

13.) Förderverein der Kath. Grundschule Bad Wünnenberg e.V. / Anschaffung von vier Visualizern zur Ausstattung der Klassenräume

14.) OGS Bad Wünnenberg e.V. / Anschaffung von Schaumstoff-Bausteinen und Rollbrettern

15.) Leiberger Dorfgemeinschaftsverein e.V.      / Anschaffung von vier Spuckschutz-Ständer für den Verkauf von Kuchen und anderen Lebensmitteln bei Leiberger Veranstaltungen

16.) Förderverein Kindergarten Regenbogenland / Anschaffung von Ausstattung des Außengeländes im Leiberger Kindergarten Regenbogenland mit Spielmaterial und Fahrzeugen

17.) Heimat- und Verkehrsverein Leiberg e.V. / Anschaffung einer neuen Lichterkette mit farbigen LED-Birnen für Leiberger Waldfest

18.) Sportfischereiverein Leiberg e.V. / Anschaffung eines Wasseranalysekoffers

19.) DLRG Ortsgruppe Bad Wünnenberg e.V. / Zwei Tauchausrüstungen zur Nachwuchsförderung in Seerettung

20.) Tambourkorps Helmern / Anschaffung von Instrumenten zur Erweiterung des musikalischen Repertoires und Ausbildung des musikalischen Nachwuchses zur Sicherung des weiteren Bestehens des Vereins“

21.) TambourCorps Bad Wünnenberg 1920 e.V. / Anschaffung neuer Schlagwerkzeuge (u.a. Marschtrommel) und Flöten

22.) BSV 1921 Fürstenberg e.V. / Installation einer elektronischen Anzeigetafel in der großen Sporthalle Fürstenberg

23.) TuS Bad Wünnenberg 1920 e.V. / 100-Jähriges Jubiläum – Förderung für Technik, Gagen, Sprungbrett und Pauschenpferd

24.) Weltladen Bad Wünnenberg e.V. / Übernahme Jahresmiete

24.) Projekt der Energiestiftung: Kostenübernahme Saatgut für mehrjährige Blühmischungen auf Ackerrandstreifen für 60 Hektar auf Bad Wünnenberger Gebiet

Hintergrundinformationen zur Energiestiftung Sintfeld:

Die Energiestiftung Sintfeld vergibt seit 2014 jährlich zweimal Fördersummen an Vereine, Clubs und ehrenamtliche Organisationen zur Unterstützung von Kunst, Kultur, Sport und sozialen Zwecken im Raum Bad Wünnenberg. Gespeist wird der Fördertopf aus Erlösen von 38 Windkraftanlagen der Windparks Haaren-Leiberg, Körtge, Kittelbusch und Fündling. Bislang wurden über 680.000 € auf Bad Wünnenberger Gebiet ausgeschüttet.  Die Stiftung will dadurch dem Gemeinwohl dienen, das Gemeinwesen der Region stärken und innovative Kräfte insbesondere im Energiebereich mobilisieren. Sie will erreichen, dass die Bürger und Wirtschaftsunternehmen der Region mehr Mitverantwortung für die Gestaltung ihres Gemeinwesens übernehmen. Deshalb ist die Stiftung offen für weitere Zustiftungen und Spender.