Geplant ist der Windpark nordöstlich der Brucher Talsperre auf sogenannten Kalamitätsflächen im Gervershagener Forst. Das Gebiet in der Gemeinde Marienheide, die zum Regierungsbezirk Köln zählt, ist durch starken Borkenkäferbefall erheblich geschädigt und in der Regionalplanung ausdrücklich als Windenergiegebiet festgelegt.
Ursprünglich hatte WestfalenWIND vier Anlagen des Typs Enercon E-175 mit einer Nabenhöhe von 162 Metern und einer installierten Leistung von jeweils 6,3 Megawatt beantragt. Da dieser Anlagentyp inzwischen nicht mehr am Markt verfügbar ist, plant das Unternehmen nun den Einsatz einer weiterentwickelten Variante mit jeweils 7 Megawatt Leistung. An den äußeren Abmessungen der Anlagen ändert sich dadurch nichts.
Die vier Windenergieanlagen sollen künftig rechnerisch rund 17.000 Haushalte mit sauberem Strom versorgen. Damit leistet der Windpark einen wichtigen Beitrag zum Klimaschutz und zur regionalen Energiewende. Auch die Gemeinde Marienheide profitiert finanziell von dem Vorhaben: Neben möglichen Gewerbesteuereinnahmen erhält sie nach den Regelungen des Erneuerbare-Energien-Gesetzes eine kommunale Beteiligung in Höhe von 0,2 Cent je eingespeister Kilowattstunde. Es besteht zudem noch die Möglichkeit weiterer finanzieller Beteiligungen gemäß Bürgerenergiegesetz NRW. Insgesamt könnten jährlich pro Anlage ein hoher fünfstelliger Betrag in den Gemeindehaushalt fließen – über einen Zeitraum von 20 Jahren.
Sebastian Heimes, Bürgermeister der Gemeinde Marienheide: „Die Energiewende findet nicht irgendwo statt, sondern ganz konkret bei uns vor Ort. Mit der Genehmigung der vier Windenergieanlagen im Gervershagener Forst machen wir einen wichtigen Schritt beim Ausbau der erneuerbaren Energien und leisten damit zugleich einen konkreten Beitrag zum Klimaschutz in Marienheide. Gleichzeitig bietet das Projekt die Chance, die regionale Wertschöpfung zu stärken und die Gemeinde über viele Jahre finanziell daran teilhaben zu lassen. Das ist eine gute Perspektive für unsere Gemeinde und ein wichtiger Beitrag zu einer zukunftsfähigen Energieversorgung.“
Der Baubeginn ist nach aktuellen Angaben für das erste Quartal 2028 vorgesehen. Die Inbetriebnahme des Windparks könnte dann etwa zwei Jahre später erfolgen.