Im Kreis Paderborn gehen weitere Lichter aus – an fast 100 Windkraftanlagen wird die untere Befeuerungsebene abgeschaltet

16.08.2017

Deutlich abgedimmt soll der Windpark-Haaren Leiberg nachts künftig nur noch zu erkennen sein. Die untere Ebene der Turmlichter wird an fast 100 Anlagen im Kreis Paderborn demnächst sogar komplett ausgeschaltet. Foto-Montage: Lanthan GmbH & Co.KG

Es wird dunkler in den Windparks im Kreis Paderborn. Die unteren roten Warnlichter an den Türmen hoher Windkraftanlagen dürfen aufgrund einer neuen rechtlichen Regelung nachts künftig ausgeschaltet bleiben. Viele Bürger werden das bald sehen können – bzw. eben nicht mehr sehen können.
„Wir freuen uns, auf einen Schlag gleich für über 90 Anlagen eine Genehmigung zur Abschaltung erhalten zu haben“, erklären die Geschäftsführer Friedbert Agethen (WestfalenWIND), Johannes Lackmann (Asselner Windkraft) und Willi Pauli (Planungsgemeinschaft Hassel).

Die im Volksmund genannte „Winddisco“ wird in Bad Wünnenberg so deutlich reduziert, dort darf die in etwa 40 Metern Höhe befindliche untere Turmbefeuerung in den Windparks Haaren-Leiberg, Kittelbusch, Körtge und Pfluglinde aus bleiben. Auf Bürener Gebiet liegt aktuell eine Genehmigung für den Park Weiberg vor. In Lichtenau schaltet die Asselner Windkraft an 14, die Planungsgemeinschaft Hassel an 13 und die Westfalen WIND GmbH im Huser Klee an 14 Anlagen die Lichter aus. Bei den noch im Bau befindlichen 7 Windkraftanlagen in Borchen-Etteln und 4 Anlagen in Salzkotten wird die untere Turmbefeuerung erst gar nicht in Betrieb genommen.
Jetzt müsse das „Rotlicht-Aus“ nur noch technisch umgesetzt werden. „Bei so vielen Anlagen auf einmal, werden wird dafür allerdings ein paar Wochen benötigen“, erläutert Pauli. Aus Gründen der Flugsicherheit müssen die oberen Lichter am Turm und das Gondellicht allerdings noch eingeschaltet bleiben.

Anwohner können sich aber schon auf weitere Verbesserungen beim Thema Befeuerung freuen. „Wir haben für den Park Haaren-Leiberg mit 24 Anlagen die Installation des Systems ARC-Siril der Firma Lanthan beantragt“, so WestfalenWIND-Geschäftsführer Friedbert Agethen. Dabei werden die rot blinkenden Leuchten auf der Gondel und die Dauerlichter der zweiten Ebene am Turm so ausgerichtet, dass sie nur noch nach oben abstrahlen und dadurch für den Bürger nur noch abgeschwächt wahrnehmbar sind. Für Hubschrauber- und Flugzeugpiloten aber sind sie als Warnsignal weiter zu erkennen.
„Wir halten damit Wort“, freut sich Johannes Lackmann. Der Unternehmer hat seit Jahren die Entwicklung des Systems mit vorangetrieben. ARC-Siril sei eine Paderborner Lösung, die wesentlich hier vor Ort initiiert und mitentwickelt worden sei. Im Gegensatz zu anderen Lösungen wie Radar oder Transponder sei sie bei bestehenden Anlagen wirtschaftlich nachrüstbar. Nach jahrelanger und am Ende erfolgreicher Prüfung durch die Behörden liege dieses System jetzt als Modellantrag für den Windpark Haaren-Leiberg beim Bundesverkehrsministerium zur Entscheidung vor.

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